Drei beliebte Trailaufgaben:

"Reiten über eine Brücke"
Wesentliche Punkte: regelmäßige Vorwärtsbewegung, Ruhe und Gelassenheit des Pferdes, korrekte Einwirkung des Reiters.

 

"Unbeweglichkeit"
Das Pferd soll innerhalb einer Markierung 10 sec. unbeweglich stehen bleiben, wobei der Reiter sich von seinem Pferd entfernt. Wesentlicher Punkt: Gehorsam und Ruhe des Pferdes.

 

"Durchreiten eines Tores"
Diese Übung verbindet Vor- und Hinterhandwendung mit Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsreiten. Wesentliche Punkte: Gelassenheit des Pferdes, das Tor muss während der gesamten Aufgabe festgehalten werden (ohne umzufassen), Ruhe des Paares während der Ausführung.

 

 

 

DER TRAILPARCOURS
Darauf legen Trailrichter wert

 

Die folgenden sechs Fragestellungen helfen den Trailrichtern, eine umfassende Beurteilung abgeben zu können. Weitere Richtlinie kann ein exemplarischer Bewertungsbogen sein, den die Helfer an den Geländestationen als Grundlage haben.


1. Wird die Aufgabenstellung gelöst?
Ist das Pferd z. B. über die Wippe gegangen - ja oder nein?
Ist das Pferd über die Wippe geprügelt worden oder hat der Reiter auf dem Pferd gesessen und darauf gewartet, dass sein Pferd von selbst darüber geht oder hat er mit kaum sichtbaren Hilfen sein Pferd aufgefordert, welches dann ohne Zögern über die Wippe ging?

2. Wie viele Anläufe braucht das Pferd-Reiter-Paar um eine Aufgabe zu bewältigen?
In Hauneck gilt: drei Anläufe pro Aufgabe! Gerichtet wird das, was innerhalb dieser drei Versuche gezeigt wird: hat das Pferd die Wippe zumindest betreten oder ist es überhaupt nicht in die Nähe der Wippe gegangen?Geübt wird zuhause - beim Turnier ist Showtime!

3. Verzichtet der Reiter darauf, eine Aufgabe zu erfüllen, die er und sein Pferd nicht sicher beherrschen?
Bei uns geht es um eine gute Partnerschaft zwischen Reiter und Pferd. Trifft man im Parcours auf eine Aufgabe, die Pferd und/oder Reiter nicht bewältigen können,ist es lobenswerter, schwierige Aufgaben vom Boden aus zu lösen oder ganz auszulassen. Dies bringt zumindest im reiterlichen Teil Punkte. Gut vom Boden ist immer besser als schlecht im Sattel.

4. Wie geht das Pferd?
Geht das Pferd in Biegung von der Schweifwurzel bis zu den Ohren gebogen oder läuft es über die Schulter weg? Trägt es sich selbst oder drückt es den Rücken weg oder geht es hinter dem Zügel? Wirkt es verspannt, überdreht, verschlafen oder ausgeglichen? Reagiert es aufmerksam auf die Hilfen des Reiters?

5. Wie ist die Einwirkung des Reiters?
Das Ideal wäre ein Reiter, der sein Pferd ohne sichtbare Hilfe durch den Parcours lenkt - Harmonie wird sichtbar.
Aber auch ein solider Ritt, bei dem die Hilfengebung und die Reaktion des Pferdes durch den Betrachter sichtbar sind, wird als wertvolle Leistung anerkannt. Für die Hilfengebung gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

6. Wie ist die Ausrüstung/Zäumung und wie wird sie eingesetzt?
Bei einer milden Zäumung (Stallhalfter, Wassertrense, Knebeltrense o. ä.) darf die Hilfengebung sichtbarer und deutlicher sein als bei "scharfen" Zäumungen (Hackamore, Schnurhalfter oder Kandarre).
Dem Reiter ohne Sporen wird mehr sichtbare Beinarbeit zugestanden als dem bespornten. Von ihm wird erwartet, dass er sein Pferd auf feine Hilfengebung trainiert hat.
Ein Wort zu Hilfszügeln: Sie sind unerwünscht und kosten Punkte. Es gilt der Spruch der alten Rittmeister: Hilfszügel sind für Hilfsschüler!

nach: Brosche, H. & M.:Prinzipien des Richtens, Kursmaterial Traillehrgang Rotensee, 2005